Ausstellungen - Rückblick
Michelin Kober – mittenweiten
24. April
- 30. Mai
Info
Als Bildhauerin und Zeichnerin beschäftigen Michelin Kober in ihren Arbeiten von jeher die Fragen nach Zeitlichkeit und ihrem Verhältnis zu Raum.
Objekte aus fluiden Materialien wie Beton und Gips sind Versuche, diese Fragen zu materialisieren. Leerstellen im Objekt stehen sinnbildlich für unbesetzten Raum, für Freiraum, für das nicht Fassbare, das Unbekannte, für Transzendenz und Immaterialität.
Ihre Arbeiten stellen immer einen Versuch dar, sich der Wirklichkeit anzunähern.
Durch die Beobachtung der Umgebung versucht sie, den Kosmos der eigenen Welt zu begreifen und diese Spuren in der künstlerischen Arbeit zu dokumentieren.
Es geht nicht um Mimesis im klassischen Sinne, sondern um verstehen und nachvollziehen.
Die Flüchtigkeit der Elemente Wasser und Licht, die schwer fassbar sind und sich in ständiger Bewegung befinden, nehmen in ihren Untersuchungen eine tragende Rolle ein.
Seit 2003 verfolgt sie intensiv das Medium der Zeichnung in verschiedenen Werkgruppen.
Einfache Materialien und Werkzeuge, Tusche in hochverdünnter Form auf Büttenpapier, aufgetragen mit Stift, Pinsel oder Schwamm, dienen dazu, räumliche und zeitliche Phänomene in sehr langsamen, sehr stillen und zeitlich sehr intensiven Arbeitsprozessen zu visualisieren. Zeichnen bedeutet für Michelin Kober mit voller Hingabe im Augenblick präsent zu sein. Die Arbeit im Atelier als stille, einsame Tätigkeit, ist hierfür grundlegend.
In gleichförmigen, sich wiederholendem Farbauftrag mit kleinsten Abweichungen entstehen die Arbeiten unmittelbar im Zeichenprozess, der Ausgang bleibt offen.
Der unbesetzte, leere Raum entwickelt seine Präsenz im Prozess der Zeichnung durch die langsame Verdichtung des Umraums und wird so zur zentralen Kraft des Bildes.
Helligkeit tritt in den Vordergrund, Dunkelheit verliert sich in der Bildtiefe. Raum und Zeit verschmelzen im Bild zu einer Einheit und bestimmen das Bildmotiv.
Michelin Kober arbeitet an verschiedenen Werkgruppen über Jahre. Jeder Gruppe liegt ein ganz bestimmtes Konzept zu Grunde. Feste Rahmenbedingungen existieren, innerhalb derer immer auch ein großer Raum für Zufälligkeiten bereitgestellt ist.
„Ich möchte Arbeiten schaffen, denen ich mit Offenheit begegnen kann, die mich im Ergebnis überraschen ohne rein zufällig entstanden zu sein. Im Zeichenprozess laviere ich zwischen Plan und Zufall, Prä- und Absenz, zwischen Nähe und Distanz, Sicherheit und Unsicherheit, Konvergenz und Abweichung.
Jochen Wagner – VON GRÖSSE UND FALL
6. März
- 11. April
Info
Hyein Kim – do you clean your mirror everyday?
16. Januar
- 28. Februar
Info
Die Künstlerin konzentriert sich seit Langem auf das Unterdrückte und ungelöste Emotionen. Die Gefühle, die aufgrund gesellschaftlicher Konventionen als negativ eingestuft wurden und im Verborgenen verweilen mussten (≈ ursprüngliche Manifestationen des Instinkts), schaffen die Ironie, dass sie innerlich an Größe zunehmen, je mehr man versucht, sie zu verbergen. Solche zutiefst individuellen und doch universellen emotionalen Katastrophen bilden das Kernthema der künstlerischen Forschung.
In der Malerei-Serie ersetzt Kim den Menschen durch skurrile, zweibeinige Tierfiguren, um instinktive Emotionen zu objektivieren und ihren Ursprung zu ergründen. Die Installations-Serie hingegen tauscht die Perspektive von Möbeln und Menschen aus und hält die transformierten Spuren von Beziehungen und Erinnerungen auf Objekten fest, wodurch sie die Essenz des Vergessens erforscht.
Insbesondere die kulturellen Symbole und Unterschiede, die die Künstlerin durch die Begegnung mit verschiedenen Kulturen gelernt hat, spielen eine wichtige Rolle. Die westliche surrealistische Haltung verbindet sich mit traditionellen Symbolen der koreanischen und asiatischen Kultur, um eine kulturelle Kollaboration zu initiieren und die vielschichtigen Aspekte der universellen menschlichen Emotionen darzustellen.
Es ist falsch, das, was auf dem Spiegel haftet, für das eigene Ich zu halten; das Wahre ist das, was durch den sauberen, abgewischten Spiegel blickt. Diese Ausstellung ist ein Ort der Reflexion, der Sie dazu ermutigt, äußere Flecken zu entfernen und den Mut zu fassen, Ihrem wahren Selbst zu begegnen. Prüfen Sie anhand der surrealistischen Innenansichten: Wie sauber ist Ihr Spiegel heute?
Barbara Fauser
5. Januar
- 11. Januar
Info
Barbara Fauser wird 80!
Claude Martinet, Isabelle Braemer, D. Lefebvre – Wasser und Natur
31. Oktober
- 7. Dezember
Info
Die Künstler Claude Martinet, Isabelle Braemer und D. Lefebvre aus unserer Partnerstadt Rillieux-la-Pape präsentieren ihre Werke zum Thema Wasser und Natur. Die Künstler:innen werden anwesend sein und freuen sich auf interessante Gespräche und ein Wiedersehen mit Ihnen.
Die Ausstellung bietet die Gelegenheit, die kulturelle Partnerschaft zwischen unseren Städten zu erleben.
Bringen Sie Ihre Freunde und Bekannte gerne mit – wir freuen uns auf Ihr Kommen!
Noah Boucard – Valium
30. September
- 26. Oktober
Info
Aus autobiografischem Material heraus legt Noah Boucard, Studierender an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, das Intime offen und macht es in seiner Arbeit sichtbar. Das Spannungsfeld zwischen persönlicher Erfahrung und gesellschaftlicher Betrachtung bildet dabei einen zentralen Kern seines Schaffens.
Die Ausstellung „Valium“ vereint unterschiedliche künstlerische Medien, darunter Malerei und Literatur, zu einem vielschichtigen Dialog, in dem psychische Belastungsgrenzen und Beziehungsdynamiken ungeschönt, roh und authentisch Gestalt annehmen – Werke, die Realitäten abbilden und tief in Themen blicken, die nach außen oft verborgen bleiben. Die Ausstellung stellt die gleichnamige Textsammlung „Valium“ in den Mittelpunkt, die an Noah Boucards erste rein literarische Arbeit „Lithium“ anknüpft.
Rabbit, Robots & Rabatts
27. Juni
- 10. August
Info
Ein silbernes Peugeot-Cabrio steht verlassen auf dem Rathausplatz – fast wie gestrandet.
Die Fenster abgedunkelt, die Frontscheibe überzogen mit einer Konstruktion aus Spiegeln und Lin-
sen: ein begehbares Kaleidoskop, das Erinnerungen reflektiert – an Orte, die nicht mehr existieren,
an ein Atelier, das abgerissen wurde, aber in KI-generierter Musik weiterzittert.
Ein Kabel – wie ein Nabelstrang oder wie ein ideelles Verlängerungskabel – führt vom Wagen in
Richtung Galerie. Wer diesem Strompfad folgt, wird nicht mit Elektrizität, sondern mit einer Irritation
belohnt:
Dort, inmitten der stillen Räume der Galerie am Laien, sitzt ein lebendiger weißer Riesenhase.
Er frisst Grünzeug, als sei nichts. Doch alles ist.
Der Hase ist kein Tier. Er ist Wächter, Fragment, Gedanke.
Er taucht auf – real, dann in Stein. Dann als Schatten. Dann als Datenpunkt.
Valentino hat ihn in Marmor geschlagen – aber nicht vollständig. Er durchdringt Wände, erscheint
zersetzt, als habe er die Regeln der Statik überwunden.
Er ist Schrödingers Kaninchen, eine Art quantenphysikalisches Totemtier, das zwischen Dimensio-
nen oszilliert – mal beobachtet, mal Beobachter.
Die Ausstellung bewegt sich zwischen taktiler Bildhauerei, digitaler Simulation und performativer
Präsenz.
Vorstudien zur Anatomie des Hasen werden zur Geste des Lernens: in Zeichnung, in Workshop, in
Wiederholung.
So wird der Besucher selbst Teil eines Experiments:
Wo endet das Reale? Wo beginnt die Vorstellung?
Und kann man ein Stück davon kaufen – mit oder ohne Rabatt?
Rabbit, Robots & Rabatte ist eine Raumverwerfung, eine Erinnerungsmaschine, ein absurdes Tage-
buch der Transformation.
Der Hase ist das Zentrum – aber er ist auch die Fluchtlinie.
Alle gezeigten Objekte sind Unikate – Marmorarbeiten, Studien, KI-Artefakte.
Einige von ihnen sind käuflich. Und manchmal gibt es auch Rabatt.