Lucia Berlins kühne Kürzestgeschichte Makadam
Sie sind die Entdeckung der letzten Jahre: Die Geschichten der amerikanischen Autorin mit dem fantastischen Namen, die 2004 starb und ihr Comeback 2015 hatte. Wagemutig betritt sie darin Grenzbereiche an denen die Unterscheidung zwischen Ordnung und Chaos an Bedeutung verliert, weil beides dort alltäglich ist, in Waschsalons oder Krankenhäusern etwa. Lucia Berlins Sprache kommt zunächst nüchtern daher, dann blüht sie auf in Bildern, die einen anspringen mit ihrem geschliffenen Witz: Sie sirren und knistern, wie wenn sich Stromleitungen berühren.
Geboren wird sie 1936 als Kind eines Bergbauingenieurs in Alaska. Im Schnitt zieht sie alle 9 Monate um. Die Umherziehende hat ihren Heimathafen gefunden – und zwar im Schreiben selbst: „Wenn du einen Satz schreibst, dann ist er da, und er ändert sich nicht, und er bewegt sich nicht, und so wird er zu einem Ort für mich“.
Wir sprechen gemeinsam ganz entspannt über die Kürzestgeschichte Makadam, die ich Ihnen mitbringen werde. Diese umfasst zwar nur zehn Sätze, hat aber das Zeug, uns nicht nur eine gute Stunde lang in ihren Bann zu schlagen.